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Die anderen Elefanten Afrikas.
Kurz nach Sonnenaufgang ziehe ich mit Mandubu, meinem Fährtensucher, in Richtung Dzanga-Bai. Der schweisstreibende Marsch führt uns mitten in den zentralafrikanischen Regenwald. Dies ist nach der Amazonasregion das zweitgrösste Tropenwaldgebiet der Erde.
Begegnung im Dickicht
Nach anfänglich relativ guter Wegstrecke kündigt ein immer lauter werdendes Froschgequake an, dass wir uns sumpfigem Gebiet nähern. Je weiter wir in den Regenwald vordringen, desto tiefer sinken wir in die schlammige, warme Brühe ein. Mandubu zeigt mir genau die passierbaren Stellen. Er macht mich auf die riesigen Ansammlungen von grossen, schillernden Schmetterlingen aufmerksam, und er zeigt mir vereinzelte grosse Dunghaufen. Sie stammen von Elefanten, die letzte Nacht hier durchgezogen sind.
Nachdem wir das Sumpfgebiet verlassen haben, gehen wir hintereinander weiter. Wir geben uns alle Mühe, keine Geräusche zu machen, denn nur so besteht die Möglichkeit, in dieser Waldregion Wild zu sehen. Treiberameisen, die auf der Suche nach Nahrung sind, passieren unseren Pfad. Braune; fremdartige Pilze, mit leuchtend weissem Rand wachsen aus vermodernden Baumstämmen. Dort rankt sich eine Würgfeige um einen Baum. Unvermittelt steht ein Blauböckchen vor uns. Aber nachdem es uns bemerkt hat, flüchtet es sofort wieder ins Unterholz.
Plötzlich durchdringt ein ohrenbetäubender Trompetenstoss den Wald. Der Boden fängt an zu beben und Äste brechen mit Getöse. Aber sehen können wir nichts! Sind das etwa Elefanten? Wollen sie uns angreifen? Dann herrscht Ruhe! Etwas später, nachdem das Beben und Getöse verklungen ist, erklärt Mandubu flüsternd, dass wir Glück gehabt hätten. Elefantenkühe mit Jungen könnten nämlich sehr angriffig und gefährlich werden.
Im Dorf der Elefanten
Nach einiger Zeit haben wir endlich unser Ziel erreicht, die Dzanga-Bai. Umrundet von einem herrlichen Regenwaldpanorama, öffnet sich eine grosse, sumpfige Lichtung. Dieses ist also, wie die Pygmäen sagen, das "Dorf der Elefanten".
Gegen Mittag treffen immer mehr Tiere ein, die genüsslich am Grasrand äsen oder im Schlamm nach Mineralstoffen graben. Bald einmal sind auf dieser Waldlichtung 70 bis 80 Waldelefanten, ein paar Rotbüffel und einige Waldböcke versammelt. Bis zu 200 Waldelefanten gleichzeitig sollen hier schon gesichtet worden sein.
Gelbe Zähne, kleine Ohren
Der Waldelefant ist der kleinere Verwandte des afrikanischen Savannenelefanten. Seine Schulterhöhe beträgt maximal 2,5 Meter, seine Form ist dem Leben im Urwald speziell angepasst: Der Körper ist im allgemeinen gedrungener und sein Kopf ist nach vorne geneigt. Die Haut des Waldelefanten ist feiner und stärker behaart als beim Savannen-Elefanten, die Stosszähne sind weniger stark gebogen, sie haben einen kleineren Durchmesser und bestehen aus härterem, dunklerem Elfenbein. Ein weiteres Merkmal sind die relativ kleinen, rundlichen bis ovalen Ohren, die sich über dem Kopf nicht berühren. Wegen dieser Ohren kam der Waldelefant zu einem zweiten Namen: Rundohrelefant.
Während der Savannen-Elefant in Gruppen von bis zu 12 Tieren lebt, sind Waldelefanten in kleinen Familien von 3 bis 6 Weibchen und Jungen unterwegs. Die jungen Bullen verlassen die Familie mit etwa 10 Jahren. Manche suchen danach ihren Weg als Einzelgänger, andere schliessen sich zu Junggesellengruppen zusammen, in denen sie im harmlosen Gerangel immer wieder ihre Kräfte messen.
Gärtner im Tropenwald
Insgesamt ist immer noch recht wenig bekannt über das Verhalten des Waldelefanten. Denn es ist schwierig, ihn im dichten tropischen Regenwald zu beobachten. Da er seinen Lebensraum...
Text © Werner Spohr
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